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Ackerfuchsschwanz bekämpfen

Ackerfuchsschwanz wirksam mechanisch kontrollieren - mit Striegel & Flachgrubber

Ackerfuchsschwanz zählt in vielen Regionen zu einem der größten Problemungräser im Wintergetreideanbau. Hohe Vermehrungsraten, starke Konkurrenzkraft und weit verbreitete Herbizidresistenzen, insbesondere gegen ACCase- und ALS-Hemmer, schränken die Wirksamkeit chemischer Maßnahmen zunehmend ein. Gerade mechanische Maßnahmen wie Striegeln und flache Bodenbearbeitung gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung – vor allem dort, wo Herbizide an ihre Grenzen stoßen. 

Die Biologie des Ackerfuchsschwanzes liefert wichtige Ansatzpunkte für die Praxis: Da der Großteil im Herbst keimt, entscheidet vor allem die Bewirtschaftung vor und rund um die Aussaat über den späteren Befallsdruck. Da sich die Samen überwiegend in den oberen Bodenschichten befinden, begünstigen frühe Saattermine und lückige Bestände die Etablierung. Ziel ist es daher, die Keimung gezielt vorzuverlegen, Keimlinge früh zu beseitigen und der Kultur einen Konkurrenzvorteil zu verschaffen. 

Die wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz im Überblick:

  • Breite Fruchtfolge
  • Saatbettbereitung & Aussaat (z.B. Falsches Saatbett, Saatstärken,…)
  • Bodenbearbeitungsstrategie (z.B. flache Stoppelbearbeitung)
  • Striegeln & Hacken

Breite Fruchtfolgen
Eine vielfältige Fruchtfolge gilt als einer der wichtigsten Hebel. Sommerungen wie Mais, Soja, Zuckerrüben oder Körnerleguminosen unterbrechen den Lebenszyklus des Ackerfuchsschwanzes und ermöglichen intensivere mechanische Regulierung. Gleichzeitig reduzieren spätere Saattermine im Wintergetreide den Gleichlauf von Kultur und Ungras. 

Falsches Saatbett vorbereiten
In diesem Zusammenhang bewährt sich das „falsche Saatbett“, bei dem vor der Aussaat flach bearbeitet und der aufgelaufene Besatz anschließend mechanisch mit einem schlagkräftigen, fein einstellbaren Striegel oder mit einem nicht selektiven Herbizid beseitigt wird. „Ist das falsche Saatbett mit dem Feingrubber angelegt, kann entweder vor der Aussaat stark gestriegelt werden oder kurz nach der Aussaat blind gestriegelt werden!” erklärt unser Produktmanagement.

Angepasste Bodenbearbeitung
Ergänzend dazu spielen die Bestandsführung und Bodenbearbeitung eine zentrale Rolle. Konkurrenzstarke Sorten, angepasste Saatstärken, spätere Aussaattermine und ein gleichmäßiges Saatbett fördern ein rasches Schließen des Bestandes. Direkt nach der Ernte sollte flach und vollflächig gearbeitet werden, um Keimung auszulösen und den Samenpool schrittweise zu reduzieren. Ein einmaliger, gezielter Pflugeinsatz kann bei starkem Befall sinnvoll sein. Als jährliche Maßnahme ist er jedoch kritisch zu sehen, da dabei immer wieder neue Samen an die Oberfläche geholt werden

Hier gilt der Grundsatz: „Nicht die einmalige Maßnahme entscheidet, sondern die Summe vieler kleiner, konsequenter Schritte.”

Konventionelles Striegeln & Hacken von Ackerfuchsschwanz
Mechanische Verfahren gewinnen auch im konventionellen Ackerbau an Bedeutung – besonders dann, wenn sie frühzeitig und unter passenden Bedingungen eingesetzt werden. Timing und Bestandsstadium sind dabei entscheidend für den Erfolg. „Striegel, Rollstriegel und Hacktechnik sind vor allem in frühen Entwicklungsstadien des Ungrases wirksam, während Sommerungen besonders gute Möglichkeiten für eine intensive Regulierung bieten”, spricht unser Produktmanagement aus Kundenerfahrungen. Chemische Maßnahmen bleiben weiterhin ein wichtiger Baustein. Ihre Wirkung hängt jedoch zunehmend davon ab, wie gut sie in ein ackerbauliches Gesamtkonzept eingebettet sind. Bewährt haben sich abgestufte Strategien mit Bodenherbiziden im Herbst und frühen Korrekturen im Frühjahr, sofern die Anwendungsbedingungen passen. 

Ackerfuchsschwanz striegeln mit dem AEROSTAR-ROTATION
Durch die aggressive Wirkungsweise lässt sich der Ackerfuchsschwanz gut herausstriegeln. 

Kurz Zusammengefasst:
In der Praxis zeigt sich bei der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz, dass vor allem ein mehrjähriger Ansatz erfolgreich ist. Durch die Kombination aus Fruchtfolge, spätem Saattermin, angepasstem Stoppelmanagement, mechanischer Regulierung und gezieltem Herbizideinsatz, lässt sich der Ackerfuchsschwanzbesatz deutlich senken. Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Wer mehrere Stellschrauben konsequent nutzt, kann den Ackerfuchsschwanzdruck deutlich reduzieren. Das braucht Zeit und Konsequenz – zahlt sich aber langfristig aus. 

„Ackerfuchsschwanz bekämpft man nicht in einer Saison und auch nicht nur mit einer Maschine, sondern mit einem klaren Plan, über mehrere Jahre und auch mit Anpassungen der Bewirtschaftungsweise!”

Quelle: EINBÖCK